
SPAADOK
Shared Preservation for Architectural Archives, Data, Observation, and Knowledge
Förderer
Gerda Henkel Stiftung,
Förderschwerpunkt Patrimonies
Laufzeit
2026- 2028
Externe Links
Projektbeschreibung
Diese Forschung zielt darauf ab, bestehende Digitalisierungslücken im Bereich der Sicherung des kulturellen Erbes in der Ukraine zu schließen, indem eine umfassende Datensammlung zur Dokumentation und Überwachung gefährdeter Denkmäler aufgebaut wird.
Im Kontext des andauernden russisch-ukrainischen Krieges ist eine gezielte Zerstörung von Institutionen sowie von Objekten kultureller, historischer und religiöser Bedeutung beobachtet worden. Da zahlreiche architektonische Schätze beschädigt oder vollständig vernichtet werden, wird der dringende Bedarf an digitalisierten Bestandsaufnahmen, gebündelt in einer zentralen und klar strukturierten Form, für Denkmalpfleger:innen und Entscheidungsträger:innen immer offensichtlicher.
Über die unmittelbaren Schäden durch Beschuss hinaus ist das kulturelle Erbe in der Ukraine mit weiteren Herausforderungen konfrontiert, die Restaurierungsmaßnahmen erschweren. Dazu zählen die Umverteilung finanzieller und personeller Ressourcen zugunsten militärischer und humanitärer Erfordernisse, die Vielzahl beteiligter Akteur:innen in den Sicherungsprozessen sowie das Fehlen ausreichender vorbereitender Maßnahmen – insbesondere im Bereich der Digitalisierung – vor Beginn des Krieges.
Das Projekt SPAADOK verfolgt einen interaktiven, gemeinschaftszentrierten Ansatz zur Dokumentation besonders wertvoller und gefährdeter Baudenkmäler und nutzt die Stadt Odesa als Fallstudie zur Demonstration und Validierung. Der Fokus liegt auf niedrigschwelligen Technologien wie smartphonebasierter 3D-Erfassung und weiteren leicht zugänglichen Verfahren der Realitätsaufnahme, um eine breite Beteiligung zu ermöglichen. Eine freie Open-Source-Serverinfrastruktur gewährleistet langfristige Datenspeicherung und erlaubt es Mitwirkenden, auch über die Projektlaufzeit hinaus heterogene Datensätze zu erstellen und beizutragen. Vor dem Hintergrund eines globalen Wandels hin zu digital gestützter Denkmalpflege und der Etablierung von Heritage Building Information Modeling (HBIM) als konservatorische Methodik unterstützt die entstehende digitale Infrastruktur eine nachhaltige Erhaltung des kulturellen Erbes für Fachleute ebenso wie für nicht-spezialisierte Akteur:innen. Dabei orientiert sie sich an den FAIR-Prinzipien des Forschungsdatenmanagements und fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie Datenintegration.

